Kooperation mit anderen Unternehmen – darauf musst du achten

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Unternehmenskooperationen können dir echte Wettbewerbsvorteile bringen: Vergrößerung des Produktangebots, Erweiterung deines persönlichen Netzwerks, Empfehlungen oder Reduktion von Einkaufskosten sind nur einige der möglichen Stichworte. Doch Kooperation bedeutet auch, mit anderen, selbstbestimmten Unternehmern oder Freiberuflern auf menschlicher Ebene auszukommen. Den Grundstein für den Erfolg einer Unternehmenskooperation bildet daher ein Mix aus klar abgegrenzten Kooperationsbereichen, Verträgen und Vertrauen. Wir zeigen dir, wie du eine Kooperation mit anderen Unternehmen effektiv starten kannst.

Formen und Ausprägungen einer Kooperation

Bevor sich dieser Artikel intensiver mit der Ausarbeitung und den Vorteilen einer Kooperation befasst, muss etwas theoretisches Fachwissen geliefert werden. Denn es gibt verschiedene Formen von Kooperationen:

Art Beschreibung
Informell Bei dieser Partnerschaft arbeiten Unternehmen zusammen, ohne dass es vertragliche Vereinbarungen gibt. Die informelle Kooperation kommt meist dann zum Einsatz, wenn eine tiefergehende Zusammenarbeit getestet werden soll.
Formell Der häufigste Fall sind vertragliche Zusammenarbeiten. Im Idealfall sind alle Gegebenheiten der Kooperation schriftlich geregelt, so dass es nicht zu Missverständnissen zwischen den Kooperationspartnern kommt.
Beteiligung Wenn größere Wirtschaftsunternehmen kooperieren, sind gegenseitige Beteiligungen durchaus üblich.
Joint Venture Im äußersten Fall der Unternehmenskooperation gründen zwei Unternehmen ein gemeinsames Joint Venture, das bestimmte Projekte abwickelt.

Für Freiberufler, kleinere und mittelständische Unternehmen sind vor allem die ersten beiden Formen von Interesse. Entweder bilden mündliche oder schriftliche Absprachen die Grundlage für eine Kooperation, wobei letzteres zu bevorzugen ist. Denn dann kann es keine kommunikativen Missverständnisse geben.

Warum sollte ich überhaupt kooperieren?

Eine Kooperation ist für dich nur dann sinnvoll, wenn sich Vorteile hieraus ergeben. Aber: Auch dein Kooperationspartner muss von der Vereinbarung profitieren, sonst wird er diese schnell wieder aufkündigen. Die klassische Win-Win-Situation ist damit die Grundlage des Erfolgs einer jeden Kooperation. Doch wodurch kommt diese zustande? Einige Beispiele:

  • Kostenvorteile: Du kaufst Produkte für deinen Onlineshop nicht mehr alleine, sondern mit anderen Unternehmen zusammen ein. Dadurch erhaltet ihr Mengenrabatte, was zu Kostenvorteilen gegenüber der Konkurrenz führt.
  • Paketvorteile: Als Freiberufler schreibst du eigentlich nur Texte. Ein Kunde möchte aber die komplette Suchmaschinenoptimierung inklusive Texterstellung, Online-Marketing und Social-Media-Betreuung an einen einzigen Anbieter abgeben. Weil du mit zwei anderen Freelancern kooperierst, könnt ihr den Auftrag gemeinsam bearbeiten. Ohne Zusammenarbeit wäre das Projekt von einer anderen Agentur bearbeitet worden.
  • Lerneffekte: Selten wahrgenommen werden die Lerneffekte einer Kooperation. Denn du bekommst unweigerlich mit, wie andere Unternehmen bestimmte Prozesse organisieren oder durchführen. Unter Umständen kannst du dich sogar in neue Themengebiete einarbeiten, bei denen der Kooperationspartner Unterstützung braucht.

Erfolgsfaktoren für eine Kooperation mit anderen Unternehmen

Nur weil eine Kooperation beiden Parteien Vorteile bringt, ist das noch kein Garant für den Erfolg – sondern nur die Grundvoraussetzung. Es gilt, die Partnerschaft möglichst klar und genau abzustecken. So sollten alle Rechte und Pflichten der Unternehmen geregelt sein, was insbesondere finanzielle Aspekte anbelangt. Selbiges gilt auch für die Ziele, die die Partner erreichen wollen.

„Durch die Kooperation soll der Erfolg beider Unternehmen erhöht werden, weil größere Aufträge in Zukunft zusammen übernommen werden können.“ -> Das ist nicht wirklich konkret, auch wenn es eine grobe Zielvorstellung abgibt. Besser wäre:

„Durch die Kooperation sollen die Auftragseingänge in beiden Unternehmen um 5 bis 10 Prozent erhöht werden, weil auch große Kunden dank der Partnerschaft in Zukunft bedient werden können.“ -> Hieran lässt sich der Erfolg später klar messen.

Teil der Vereinbarungen sollte auch eine Art Fahrplan für die Kooperation sein, der alle Rollen und Aufgaben klar verteilt. Inhalte sind etwa:

  • Termine
  • Aufgabenverteilung
  • Wer bringt welche Ressourcen und Kompetenzen ein?

Hilfreich ist es, wenn diese Faktoren wirklich schriftlich in einem Kooperationsvertrag festgehalten werden. Zumindest gilt dies für größere Partnerschaften, die einen entscheidenden Teil des Unternehmens betreffen.

Erfolgreich ist eine Kooperation aber nur dann, wenn auch die menschliche Ebene berücksichtigt wird. Kooperieren heißt, Bereitschaft für Kompromisse zu zeigen und nicht immer den eigenen Kopf durchsetzen zu wollen. Gehe auf deinen Kooperationspartner zu, um das Bestehenbleiben der Kooperation zu wahren. Zudem solltest du für kooperativ abgeschlossene Aufträge das gleiche Engagement an den Tag legen wie für eigenständige Projekte. Merkt einer der Partner, dass sich der andere nicht zu 100 Prozent für die Kooperation einsetzt, scheitert diese.

Der letzte Erfolgsfaktor sind zweifelsfrei die eigenen Mitarbeiter. Wenn du die Kooperation toll findest, deine Mitarbeiter aber nicht hinter den Zielen stehen, ist das Scheitern vorprogrammiert. Hol die entsprechenden Abteilungen von Anfang an ins Boot. Mache den Mitarbeitern klar, dass die Kooperation zwar ein Umdenken erfordert, sich dieses aber lohnt. So nimmst du mögliche Ängste und sorgst dafür, dass die Kooperation von allen Mitarbeitern gelebt wird.

Entstehen einer Kooperation

Bis hierher weißt du, wie du aus rechtlicher Sicht am besten kooperierst, welche Vorteile dir das bringt und was erfolgreiche Kooperationen auszeichnet. Doch wie entsteht eine solche Kooperation eigentlich? Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Als Selbstständiger lernst du viele Leute kennen. Das können andere Unternehmen, Konkurrenten, Kunden, Lieferanten oder Freiberufler sein. Durch den kommunikativen Austausch ergeben sich häufig Potenziale für gemeinsame Arbeiten oder Symbiosen.
  2. Kooperationen können aber auch bewusst herbeigeführt werden. Beispielsweise ist dir aufgefallen, dass immer mehr Kunden bei deiner Content-Agentur anfragen, ob du auch Grafiken erstellen kannst. Damit die Kunden langfristig bei dir bleiben, solltest du die Leistung anbieten und begibst dich auf die Suche nach einem Grafiker als Kooperationspartner.

In beiden Fällen gilt, dass du nichts überstürzen solltest. Kooperationen basieren – aller Verträge zum Trotz – vor allem auf gegenseitigem Vertrauen, das erst wachsen muss. Triff dich mit dem Kooperationspartner und besprich die möglichen Symbiosen persönlich. Danach fangt ihr mit kleineren Projekten an, um die gegenseitigen Arbeitsweisen besser einschätzen zu können. Nach und nach wächst die Kooperation auf das gewünschte Maß heran.

Fazit: Strukturiertes Kooperieren lohnt sich

Unternehmenskooperationen bringen dir Wettbewerbsvorteile – wenn du sie denn richtig angehst. Wichtig ist, dass beide Parteien von der Partnerschaft profitieren. Zudem solltest du nach Möglichkeit schriftliche Ausarbeitungen der Kooperationen vornehmen und hier insbesondere Kosten, Aufgaben und Kompetenzen regeln. Auch ein schriftlicher Kooperationsvertrag hat sich in der Praxis bewährt. Darüber hinaus funktionieren Kooperationen vor allem immer dann, wenn sich beide Parteien auch menschlich verstehen und engagiert an den Projekten arbeiten.