Gewerbe anmelden – in 4 einfachen Schritten zum Erfolg

Mit der Eröffnung deines Online-Shops und der Absicht, aktiv Gewinne zu erzielen, musst du ein Gewerbe anmelden. Dabei ist es wichtig, alle gesetzlichen Fristen und Formen zu wahren, um später keine Strafen zahlen zu müssen. Allerdings kann die Anmeldung mitunter für Verwirrung sorgen, gerade wenn du dich bisher nur oberflächlich mit Behörden auseinandergesetzt hast. Wir zeigen dir daher in 4 einfachen Schritten, wie du deinen Gewerbeschein beantragen kannst.

Schritt 1: Wer ist zuständig?

Auch im Zeitalter der Digitalisierung musst du den Gewerbeantrag noch offline per Post einreichen. Daher solltest du zunächst herausfinden, welche Behörde für dein Gewerbe überhaupt zuständig ist. Informationen hierzu erhältst du insbesondere auf der Homepage deiner Stadt. Handelt es sich um eine kleinere Gemeinde, gibt es meist ohnehin nur ein einziges Gewerbeamt. In größeren Städten wie Hamburg, Berlin oder München kannst du einfach deine Adresse in einen „Behördenfinder“ eingeben.

Schritt 2: Antragsformular ausfüllen

Im zweiten Schritt wartet dann die eigentliche Arbeit auf dich: das Ausfüllen des Antragsformulars. Wir wollen das Dokument kurz Schritt für Schritt durchgehen.

Insbesondere die Punkte 1 und 2 sind hier von Bedeutung. Bist du Einzelunternehmer, so entfallen beide Punkte ausdrücklich. Trage dann einfach „Entfällt wg. Einzelunternehmen“ in das Feld ein. Sofern du kein Einzelunternehmer bist, gibst den genauen Namen deines Unternehmens an. Die übrigen angezeigten Daten müssen mit denen, deines Personalausweises übereinstimmen.

Die Felder 12,13 und 14 sollten sich ebenfalls schnell ausfüllen lassen. Deutlich interessanter ist das folgende Feld mit der Nummer 15. Gib hier möglichst genau an, was das Geschäftsfeld deines Unternehmens ist. Werden mehrere Tätigkeiten ausgeführt, so ist auch dies entsprechend mitzuteilen. Beispiel:

  • Durchführung von Online-Marketing-Maßnahmen für Unternehmen
  • Vermittlung von Textaufträgen an freiberufliche Texter

Mit den aufgeführten Feldern dürftest du wiederum keine Probleme haben. Generell meldest du immer eine Hauptniederlassung an, wenn du das Unternehmen zum Beispiel von Zuhause aus leitest. Aus steuerlicher Sicht ist es wichtig, wahrheitsgemäß anzugeben, ob das Gewerbe im Nebenerwerb oder wirklich hauptberuflich ausgeführt wird.

Zudem gilt es, dem Feld mit der Nummer 17 Beachtung zu schenken. Datum des Beginns der Tätigkeit ist immer der Tag, an dem du mit dem Aufbau des Gewerbes begonnen hast und nicht etwa das Datum des Schreibens an sich. Ob du zum Beispiel bei der Ausgestaltung deines Shops wirklich schon Gewinne erzielt hast, ist irrelevant. Der erste Handgriff stellt praktisch den Beginn der gewerblichen Tätigkeit dar.

Damit ist die Ausfüllung des Formulars dann auch schon fast vollzogen. Der letzte Punkt ist für Onlin.-Händler in der Regel uninteressant. Nur wenn du etwa mit gefährlichen Stoffen handeln würdest, müsstest du hierfür eine gesonderte Erlaubnis vorlegen können. Auch Gastronomen geben hier etwa an, dass sie über eine Schanklizenz verfügen.

Schritt 3: Formular mit Kopie vom Personalausweis abschicken

Jetzt bist du bereits fast am Ende der Gewerbeanmeldung angelangt. Drucke das Formular aus und lege es zusammen mit der Kopie eines Personalausweises (Vorder- und Rückseite) in eine DIN A4 Umschlag, den du passend frankierst.

Wichtig: Der Antrag gilt als fristgerecht eingegangen, wenn er spätestens 1 Monat nach der Aufnahme der gewerblichen Tätigkeit beim Gewerbeamt eintrifft. Es ist aber durchaus hilfreich, das Gewerbe möglichst frühzeitig anzumelden. Denn in der Regel leitet das zuständige Gewerbeamt auch direkt Informationen ans Finanzamt weiter, mit dem du dich ebenfalls auseinandersetzen musst. Je früher dies geschieht, desto unwahrscheinlicher ist es später, Fristen zu versäumen.

Schritt 4: Gebühr bezahlen

Nach einigen Tagen sollte eine Bestätigung des Gewerbeamts per Post bei dir eintreffen. Darin enthalten ist sowohl der Gewerbeschein, der unbedingt aufbewahrt werden muss, als auch ein Gebührenbescheid. Zwischen 10 und 50 Euro kostet es, ein Gewerbe anzumelden. Überweise das Geld am besten direkt an das zuständige Amt, um einen Säumniszuschlag zu verhindern.

Fazit: Gewerbe anmelden in wenigen Minuten

Wenn du ein Gewerbe anmelden möchtest, läuft das Prozedere schon in wenigen Minuten ab. Du musst lediglich das einseitige Formular ausfüllen und an das zuständige Gewerbeamt abschicken. Aber: Damit ist die Unternehmensgründung in der Regel längst nicht abgeschlossen. Denn auch die Handelskammer, das Finanzamt und je nach Rechtsform weitere Behörden möchten über dein Vorhaben informiert werden. Allerdings teilt das Gewerbeamt den Institutionen meist mit, wenn ein neues Gewerbe angemeldet wird. Insofern ist die Gewerbeanmeldung der erste (rechtliche) Schritt in die Selbstständigkeit.