Die 6 besten Tipps für gute Personalführung

Personalführung und Personalentwicklung

Personalführung ist weit mehr, als nur Mitarbeiter einzustellen, Aufgaben zu verteilen und Hierarchien zu regeln. Wer für nachhaltige Motivation im Team und damit letztlich bessere Ergebnisse sorgen möchte, der muss die Bedürfnisse seiner Mitarbeiter wirklich verstehen. Es gilt, Rollen klar zur verteilen, die Mitarbeiter aktiv in Entscheidungsprozesse einzubeziehen und Menschlichkeit zu zeigen.

Tipp 1: Mitarbeiter einbeziehen

Gute und moderne Personalführung sieht den Angestellten nicht mehr als solchen, sondern vielmehr als Teil eines Teams. Schon die Grundstimmung: „Wir schaffen das zusammen“ sorgt für Motivation und Begeisterung bei der Arbeit. Dazu gehört es auch, Sachen nicht nur von oben nach unten zu entscheiden. Vorschläge und auch Kritik von Mitarbeitern sollte immer ein offenes Ohr finden. Das gilt sowohl für interne Arbeitsprozesse als auch für externe Faktoren wie etwa die Markenbildung oder die Kommunikation mit Kunden. Mache Deinen Mitarbeitern klar, dass sie ein wichtiger Teil des Unternehmens sind und setze Änderungswünsche dann aktiv um.

Tipp 2: Verteile die Rollen klar

Die in Tipp 1 dargestellte Offenheit meint aber nicht, dass der Arbeitsalltag im Chaos versinken sollte. Im Gegenteil, Rollen und Aufgaben müssen klar verteilt sein. Alle Mitarbeiter sollten jederzeit wissen, was grundsätzlich von ihnen verlangt wird und wer wofür zuständig ist. Sonst werden einige Aufgaben schnell doppelt und andere überhaupt gar nicht mehr erledigt. Auch im Team selbst kann es zu Konflikten kommen, wenn Zuständigkeiten nicht geregelt sind.

Insbesondere bei Start-up-Unternehmen hapert es an dieser Stelle. Sie wachsen recht schnell, stellen im Zuge dessen viele Mitarbeiter ein und verlieren manchmal den Überblick. Dem muss jedoch zwangsweise entgegengewirkt werden. Wichtig: Rollenverteilung steht nicht im Gegensatz zu flachen Hierarchien. Nur weil klar ist, wer der Abteilungsleiter ist, heißt das noch lange nicht, dass Mitarbeiter nicht das angesprochene Mitspracherecht haben können.

Tipp 3: Investitionen in Arbeitsplätze zahlen sich aus

Längst hat sich die Vorstellung vom schnöden Großraumbüro aus den Köpfen der meisten Führungskräfte und Unternehmer verabschiedet – aus gutem Grund. Schließlich hat die Arbeitsumgebung einen nachhaltigen Einfluss auf die Produktion von Mitarbeitern. Wie ein Büro aussehen kann, macht vor allem Google vor.

  • Gemeinschaftsräume sorgen für Austausch zwischen den Mitarbeitern
  • Auf die farbliche Gestaltung der Wände und Büromöbel wird Wert gelegt
  • Es findet sich genug Platz in den einzelnen Räumen
  • Alle Büros wirken vergleichsweise hell und gut beleuchtet

Das im Video gezeigte Google-Büro aus Hamburg ist sogar noch eines der klassischeren. Im Hauptquartier in den USA finden sich Tischkicker, „fancy“ Sitzecken und allerlei Spielereien. Natürlich musst Du nicht gleich alles umsetzen, was einer der größten Konzerne der Welt macht. Google zeigt aber, dass sich Investitionen in Büroräume richtig lohnen können, denn produktiv ist das Unternehmen definitiv. Statt beispielsweise an Büromöbeln zu sparen, freuen sich deine Angestellten definitiv über ergonomische Arbeitsplätze. Gleichzeitig schützt das auch noch vor Krankheiten und Fehltagen.

Tipp 4: Perspektiven bieten

Mitarbeiter möchten im 21. Jahrhundert nicht mehr nur ein bestimmtes Gehalt bekommen, wofür sie im Gegenzug eine Leistung abliefern. Es geht auch immer um persönliche Weiterentwicklung, was sowohl berufliche Fähigkeiten als auch Soft Skills oder Privates einbezieht. Einige Beispiele, wie du Mitarbeitern Perspektiven bieten kannst:

  • Weiterbildungen: In allen Branchen ist es möglich, Mitarbeiter auf Fortbildungen zu schicken. Zwar kostet dich das zunächst Geld, dafür verbessert dein Angestellter aber auch wichtige Fähigkeiten und sammelt neue Erfahrungen. Diese zahlen sich in Form von Produktivitätssteigerungen und erhöhter Motivation aus.
  • Erfahrung: Einige Mitarbeiter mögen es, regelmäßig vor neue Herausforderungen im Unternehmen selbst gestellt zu werden. Auch so ergeben sich Lerneffekte und neue Anreize, die für nachhaltige Motivation bei der Arbeit sorgen.
  • Gehaltserhöhungen: Arbeitet ein Mitarbeiter schon einige Jahre im Unternehmen und erzielt dabei gute Ergebnisse, so sollte eine Gehaltserhöhung die logische Konsequenz sein. Äußerst positiv finden es Mitarbeiter, wenn diese direkt vom Chef ausgeht. Es zeigt, dass der Vorgesetzte die Leistung erkennt, auch wenn er das vielleicht nicht täglich sagt.
  • Beförderungen: Eng verbunden mit Gehaltserhöhungen sind Beförderungen. Schaffe dabei aber nicht nur eine neue Stellenbezeichnung, sondern grenze den Posten wirklich direkt von bisherigen Aufgaben ab.

Tipp 5: Berechenbar sein

Zugegeben, im Wettbewerbsumfeld berechenbar zu sein ist nicht wirklich hilfreich. Bei der Personalführung bringt das aber definitiv Vorteile mit sich. Schließlich bist du die Orientierungsfigur in deinem Unternehmen, weshalb allzu sprunghaftes Verhalten für viel Verwirrung sorgt.

  • Verhalte dich in ähnlichen Situationen möglichst einheitlich, gerade wenn es um unterschiedliche Mitarbeiter geht.
  • Auch die Anforderungen für verwandte Aufgaben sollten gleich bleiben, wobei gewisse Anreize für Produktivitätssteigerungen natürlich akzeptabel sind.
  • Selbiges gilt für Verhaltensmuster, die du nicht für richtig hältst. Hast du einem Mitarbeiter hiervon abgeraten, musst du beim zweiten ebenfalls so reagieren.
  • Veränderungen müssen früher oder später zwangsweise durchgeführt werden. Aber: Diese sind immer schrittweise durchzuführen, damit wirklich alle Prozesse klar kommuniziert werden können.

Wenn der Chef ständig die Meinung ändert, mal cholerisch und mal freundlich reagiert, verlieren seine Anweisungen zwangsweise an Glaubwürdigkeit. „Ist doch eh egal, was der Chef heute sagt – morgen ist es doch wieder anders.“ Dieser Gedanke entsteht bei deinen Mitarbeitern schneller als gedacht und sorgt für schlechte Stimmung und kaum Motivation, was wiederum zu geringerer Produktivität führt.

Tipp 6: Souveräner Umgang mit Fehlern

Gerade als Unternehmensgründer ist dein Budget natürlich vergleichsweise klein und Fehler deiner Mitarbeiter können an die Substanz gehen. Verlierst du in diesen Situationen die Nerven, führt das aber zu gar nichts. Du musst einkalkulieren, dass deine Mitarbeiter gewisse Fehler machen werden. Sieh das Ganze aber unbedingt als willkommene Chance an, denn das ist es auch.

Je nach Schwere des Fehlers kannst du diesen individuell in einem Mitarbeitergespräch unter vier Augen besprechen. Zeige dabei genau auf, was nicht gepasst hat und vor allem wie das in Zukunft verhindert werden kann. Dabei musst du gar nicht laut werden, der Mitarbeiter wird auch so schon ein schlechtes Gewissen haben, zumal der Fehler wahrscheinlich nicht mit Absicht passiert ist. Reagierst du verständnisvoll, konstruktiv und freundlich, wirst du schon bald eine Besserung feststellen.

Fazit: Sei menschlich, klar und verständnisvoll

Eine der wichtigsten Devisen der Personalführung ist es also, die Mitarbeiter nicht mehr als Angestellte oder Lohnarbeiter zu behandeln. Mache sie zu einem Teil deines Teams und des Unternehmens. Diese Identifikation wird die Motivation unter den Mitarbeitern spürbar erhöhen, was sich wiederum in gesteigert Produktivität widerspiegelt. Zudem arbeiten Mitarbeiter effizienter, wenn der Chef berechenbar ist und gemäßigt auf Fehler reagiert. Auch das Aufzeigen von Weiterbildungsmöglichkeiten ist gerade bei jungen Mitarbeitern äußerst hilfreich, um für neue Anreize zu sorgen.